

Alexander Liebreich, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, steht für eine junge Generation von Dirigentenstars, für die der Grenzgang zwischen großen Symphonieorchestern und kleineren, flexiblen Ensembles so selbstverständlich ist wie die Verbindung von künstlerischer Höchstleistung und sozialem Engagement. Sein „angestammtes“ Repertoire – klassische und romantische Symphonik von Beethoven bis Strauss, mit Schwerpunkten auf Bruckner, Wagner und Mahler –, hat den gebürtigen Regensburger seit dem Gewinn des Kondraschin-Wettbewerbs 1996 ans Pult zahlreicher bedeutender Orchester wie dem Concertgebouw in Amsterdam, dem Radio Filharmonisch Orkest Holland, dem Orchestre National de Belgique, dem Osaka Philharmonic Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem BBC Symphony Orchestra, der Auckland Philharmonia, dem Mozarteum Orchester Salzburg und den Münchner Philharmonikern geführt.
Die Schlagzeile „München feiert Liebreich“, mit der die Welt am Sonntag ein Porträt des Dirigenten betitelte, bezieht sich auf Liebreichs sensationelle Erfolge mit dem Münchener Kammerorchester, das er im Herbst 2006 als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent übernommen hat. Bereits nach dem Antrittskonzert erkor die Süddeutsche Zeitung Liebreich zum „wohl spannendsten Dirigenten Münchens“. Inzwischen wird das innovative, wegen seiner spannungsvollen Programmatik zwischen Barock und Neuer Musik ebenso wie seiner außergewöhnlichen Klangkultur vielfach ausgezeichnete Ensemble mit seinem Chefdirigenten nicht nur in München gefeiert, sondern auch bei Auftritten in den großen europäischen Musikmetropolen, Gastspielen bei internationalen Festivals und Tourneen in Europa und Asien. Eine erste gemeinsame CD-Produktion mit dem MKO mit Symphonien von Haydn und der Kammersymphonie von Isang Yun, die Anfang 2008 bei ECM erschien, wurde international von der Presse gefeiert; im Frühjahr 2010 wird eine mit Spannung erwartete Bach-Aufnahme mit Hilary Hahn, Christine Schäfer und Matthias Goerne bei Deutsche Grammophon veröffentlicht.
Ab 2011 übernimmt Alexander Liebreich zudem die Künstlerische Leitung des Tongyeong International Music Festival (TIMF) in Südkorea, das zu den größten und wichtigsten Festivals im asiatischen Raum zählt. Neben dem klassischen Kern-Repertoire widmet sich das Festival intensiv sowohl der Barockmusikszene wie auch der zeitgenössischen Musik; dabei versteht es sich ausdrücklich in einer Mittlerfunktion zwischen westlicher Avantgarde des 20. und 21. Jahrhunderts und der zeitgenössischen asiatischen Musikszene. Alexander Liebreich will mit seiner Arbeit beim TIMF den Ruf des Festivals als Plattform für internationale Künstler ebenso wie Experimentierfeld für neue Wege in der Programmgestaltung weiter festigen. Darüber hinaus ist für 2011 die Gründung eines Tongyeong Festival Orchesters geplant, in dem herausragende Musiker aus internationalen Orchestern gemeinsam mit ausgewählten koreanischen Musikern und renommierten Gastdirigenten auftreten sollen und das ebenfalls unter Liebreichs künstlerischer Leitung stehen wird. Bereits in den letzten Jahren widmete sich Liebreich der kulturellen Vermittlungsarbeit zwischen Deutschland und Korea, u.a. mit gefeierten Erstaufführungen von Bruckners 8. Symphonie mit der Jungen Deutschen Philharmonie in Nord- und Südkorea und im Rahmen einer Gastprofessur des DAAD in Pyongyang 2005, die im holländischen Film „Pyongyang Crescendo“ dokumentiert ist.
Dass Alexander Liebreich Kunst auf außergewöhnliche Weise mit sozialem Engagement verbindet, zeigt auch seine Arbeit mit dem MKO, mit dem er unter dem Stichwort „Projekt München“ verschiedene Modellinitiativen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und mit Behinderten ins Leben gerufen hat – so wurde das Projekt „Wenn Elefant und Löwe den Bolero tanzen“ mit Down-Syndrom-Kindern vom Bayerischen Fernsehen mit einer inzwischen preisgekrönten Dokumentation begleitet.
Im Dezember 2008 wurde Alexander Liebreich in die Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts berufen, die als wichtigstes Gremium nach dem Präsidium gilt und sich aus bedeutenden Persönlichkeiten des kulturellen und sozialen Lebens der Bundesrepublik Deutschland zusammensetzt.
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