

Donnerstag, 18. März 2010, 20 Uhr, Prinzregententheater
MAKI NAMEKAWA Klavier
DENNIS RUSSELL DAVIES Dirigent
Antonín Dvorák 5 Bagatellen op. 47
György Ligeti Konzert für Klavier und Orchester (1985/88)
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie D-Dur nach der Serenade KV 250 (248b)
Konzerteinführung 19.10 Uhr, Prinzregententheater
Mit freundlicher Unterstützung von
Petra Heyer und Hans Huber,
Martin Laiblin und Marshall E. Kavesh
„Das Originelle an Mozart war nicht seine Musiksprache, sondern was er daraus gemacht hat“, sagte György Ligeti in späten Jahren in einem Interview. In der Tat: Wenn der 20-jährige Salzburger 1776 eine im Freien aufzuführende Serenade für den Polterabend der Bürgermeistertochter Maria Elisabeth Haffner zu schreiben hatte, konnte er sich ganz selbstverständlich auf die Konventionen gesellschaftlicher Unterhaltungsmusik beziehen. Seine Meisterschaft erwies sich in der Art, wie er Elemente des Konzertanten, Sinfonischen und Tänzerischen neu anordnete. Mozart spitzte die tradierten Satztypen zu, wobei er die idyllischen Charaktere kammermusikalisch verfeinerte, während er den repräsentativen noch zusätzlichen Glanz verlieh. Da seine Serenaden stilistisch so ausgefeilt waren, fiel es nicht schwer, sie unter Auslassung einzelner Sätze zu Sinfonien umzufunktionieren, die auch bei den von ihm selbst veranstalteten Konzerten im Saal noch eine glänzende Wirkung entfalteten. So auch im Fall der D-Dur-Sinfonie nach der Haffner-Serenade KV 250.
War die Elastizität der Mozartschen Musiksprache Resultat seiner umfassenden Ausbildung und seiner großen Reisen als Wunderkind, so fand der in einfachen Verhältnissen aufgewachsene Antonín Dvořák seine ihm eigenen Ausdrucksmittel erst mit Mitte dreißig. Als Orchestermusiker und Organist lernte er das gesamte Spektrum der Musik seiner Zeit kennen, doch erst nach frustrierenden Misserfolgen löste er sich vom Einfluss der „fortschrittlichen“ Komponisten um Liszt und entwickelte seinen zugänglich-frischen, von der osteuropäischen Folklore durchtränkten Personalstil. Johannes Brahms war es, der den Böhmen entdeckte und ihn seinem Berliner Verleger Simrock empfahl. Noch während der Arbeit an den „Slawischen Tänzen“, die 1878 Dvořáks Weltruhm begründeten, fand er Zeit für ein paar kleine Sätze für zwei Violinen, Cello und Harmonium, die im Hausmusikzirkel eines befreundeten Kritikers aufgeführt werden sollten. Die charmanten Stücke lehnen sich deutlich an die slawische Folklore an, allerdings ist es eine raffiniert verfeinerte Volkstümlichkeit – mehr Farbe als Zitat. Dennis Russell Davies schuf Ende der siebziger Jahre die Fassung für kleines Orchester, wobei er sich an der Instrumentierung der Orchesterwerke Dvořáks orientierte.
Was die Musiksprache anbelangte, gab es für György Ligeti um 1980 keinerlei Gewissheiten mehr. Von 1977 an brachte der Komponist, der nicht zuletzt durch Stanley Kubricks (nicht genehmigte!) Verwendung seiner Musik in dem Film „2001 – A Space Odyssey“ so etwas wie populären Ruhm genoss, kein einziges Werk mehr heraus. Im Grunde hemmte ihn die Unsicherheit darüber, wie es mit der Musik nach dem Ende der Vorherrschaft der Darmstädter Avantgarde weitergehen sollte. Im Klavierkonzert, einem seiner Hauptwerke – und zugleich eine der ganz großen kompositorischen Leistungen des späten 20. Jahrhunderts –, das 1988 in Wien uraufgeführt wurde, nahm er eine Fülle unterschiedlichster Einflüsse auf, von den Darstellungen der fraktalen Geometrie bis zu den rhythmischen Modellen der Musik Zentralafrikas. Das für den Pianisten extrem anspruchsvolle Werk arbeitet mit komplex überlagerten rhythmischen Mustern, die die Illusion verschiedener zugleich ablaufender Bewegungsschichten erzeugen. So atemberaubend schnell die Bewegung oft abzulaufen scheint: Nach kurzer Zeit „heben wir ab“, sagt Ligeti. Die Einzelheiten verschwimmen in der Wahrnehmung eines von innen her vibrierenden Raums...
Solistin des Abends ist die japanische Pianistin Maki Namekawa, die sich sowohl solistisch als auch im Klavierduo mit Dennis Russell Davies einen herausragenden Ruf erworben hat und deren Schwerpunkt neben Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires besonders Werke zeitgenössischer Komponisten sind. Die Leitung des Konzerts hat Dennis Russell Davies, der bereits mehrfach mit dem Orchester zusammengearbeitet hat und nun erstmals bei einem Abonnementkonzert am Pult des Münchener Kammerorchesters steht.
Kartenpreise
EUR 53,– / 49,– / 44,– / 35,– / 27,–
EUR 12,– Jugendkarte (≤ 28 Jahre)
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