

Donnerstag, 17. Dezember 2009, 20 Uhr, Prinzregententheater
JEAN-GUIHEN QUEYRAS Violoncello
ALESSANDRO DE MARCHI Dirigent
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98 ›4. Londoner Sinfonie‹
Joseph Haydn Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb:1
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 ›Jupiter-Sinfonie‹
Konzerteinführung 19.10 Uhr, Prinzregententheater
Das Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk mitgeschnitten.
Joseph Haydn, der Vollender der Gattung Sinfonie, war auch ein Großmeister des Instrumentalkonzertes. Das erst 1961, etwa 200 Jahre nach seiner Entstehung entdeckte Violoncello-Koncert C-Dur, gehört in seiner Mischung aus spätbarocken und frühklassischen Elementen zu den reizvollsten Werken des jungen Haydn und entstand vermutlich für den Cellisten Joseph Weigl, der ebenfalls in Esterházyschen Diensten stand. Nach der Auflösung der Hofkapelle feierte Haydn 1792 in London Triumphe, unter anderem mit der Sinfonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98, der 4. der 12 Londoner Sinfonien. Von der in überraschendem Moll beginnenden Einleitung des Kopfsatzes über dem versteckten Zitat von „God Save The King“ zu Beginn des zweiten Satz bis zu unerwarteten konzertanten Episoden im Schlusssatz; die für Haydn so typische, wunderbare Fähigkeit, stets aufs Neue überraschen zu können ohne auf die zwingende Folgerichtigkeit eines stimmigen Ablaufs zu verzichten, sie lässt sich gerade auch an dieser Sinfonie bewundern. Sie stellt aber auch eine Verbeugung vor dem Genius Wolfgang Amadeus Mozarts dar, der seit einigen Monaten verstorben war und vier Jahre zuvor mit der Jupiter-Sinfonie seinen letzten Gattungsbeitrag geliefert hatte. Sie lässt die bedrückenden Umstände, unter der sie entstand nicht vermuten. Majestätischer Glanz, Weisheit, Klarheit, Kraft, alles was man mit dem Haupt des Götterolymps assoziieren mag, findet sich in dieser Krone des sinfonischen Schaffens Mozarts. Wiewohl sein sinfonischer Schlussstein, ist sie modern und vorwärtsweisend, unter anderem ein Vorbote Beethovenscher Sinfonik. Nicht zuletzt durch die fugierten Teile im Schlusssatz gelang Mozart in der Jupiter-Sinfonie eine Versöhnung der Klassik mit dem Geist des Barock.
Zum ersten Mal steht der designierte Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen Alessandro de Marchi, ein ausgewiesener Spezialist der alten sowie der Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts, am Pult des MKO. Solist des Abends ist der französische Ausnahmecellist Jean-Guihen Queyras.
Kartenpreise
EUR 53,– / 49,– / 44,– / 35,– / 27,–
EUR 12,– Jugendkarte (≤ 28 Jahre)
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